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Altdekan verstorben

Trauer um Wilfrid Ostheim

Wenige Wochen vor seinem 81. Geburtstag ist der ehemalige Dekan und langjährige Bürgeler Gemeindepfarrer Wilfrid Ostheim verstorben. Ostheim war unter anderem Mitbegründer der ökumenischen Hospizbewegung.

Nur wenige Wochen vor seinem 81. Geburtstag ist am Freitag, 20. Juli, der ehemalige Dekan Wilfrid Hans Eckart Ostheim des Evangelischen Dekanats Offenbach nach schwerer Krankheit verstorben. Ostheim war langjähriger Pfarrer der Bürgeler Gustav-Adolf-Gemeinde und hatte mit seiner Arbeit das Gemeindeleben geprägt.

Wilfrid Hans Eckart Ostheim wurde am 24. September 1937 in Gießen geboren und wuchs in Oberlaubach und Wenings als Sohn des gräflichen Forstmeisters Willi Ostheim und dessen Frau Elfriede auf. Nach seinem Abitur 1958 gehörte zum ersten Jahrgang, der zur Bundeswehr eingezogen wurde. Im Anschluss an seinen Wehrdienst in Koblenz und in Hannover studierte er bis 1965 Evangelische Theologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.  Im Jahr des Mauerbaus 1961 besuchte er für zwei Semester die Kirchliche Hochschule Berlin. Sein Vikariat absolvierte Ostheim 1965 bis 1967 in Wiesbaden und Laubach, am 1. August 1967 wurde er in Laubach zum Pfarrer ordiniert.

Nie die Stelle gewechselt

Ostheim gehörte zu den wenigen Pfarrern innerhalb der EKHN, die während ihres Berufslebens nie die Stelle wechselten: 35 Jahre, von 1968 bis 2002, war er Pfarrer der Gustav-Adolf-Gemeinde in Bürgel. Auf Nachfragen erwiderte er immer wieder, dass er sich in der Gemeinde so wohl gefühlt habe, dass er nie an einen Wechsel gedacht habe. Die Bürgeler Gemeinde hat Ostheim mit seiner ebenso freundlichen wie humorvollen Art nachhaltig geprägt. Daneben unterrichtete er in der Bürgeler Grundschule ebenso wie an der nahen Polizeifachschule Mühlheim.

Von 1974 bis 1985 war er Dekanatsjugendpfarrer, außerdem war er als kirchlicher Beistand für Kriegsdienstverweigerer tätig. Viele Offenbacher Zivildienstleistende hatte er in Gesprächen beraten, einige absolvierten ihren Zivildienst dann auch in der Gustav-Adolf-Gemeinde oder anderen Offenbacher kirchlichen Einrichtungen. Von 1995 bis 1993 war er zudem Mitglied im Vorstand des Evangelischen Kirchengemeindeverbands.

1993 wurde er zum Dekan des Evangelischen Dekanats gewählt, bis 1999 hatte er dieses Amt inne. In dieser Zeit kümmerte er sich besonders um die Evangelische Familien- und Erwachsenenbildung. 35 Pfarrerinnen und Pfarrer wurden in seiner Amtszeit eingeführt oder verabschiedet.

2002 wurde Ostheim in den Ruhestand verabschiedet, bis zu seinem Tod engagierte er sich in seiner neuen Heimat Bensheim in den dortigen Kirchengemeinden.

Hospizbewegung

„Wilfrid Ostheim war maßgeblich an der Gründung der ökumenischen Hospizbewegung 1998 in Offenbach beteiligt“, sagt Dekanin Eva Reiß. Ihr bleibt besonders sein humorvolles Wesen und sein Engagement für das christliche Miteinander in Erinnerung. „Mir ist er besonders durch seine Weihnachtsbriefe bekannt, die er dem Dekanat schickte“, sagt Reiß, „ich denke gern an unsere Gespräche zurück, denn auch im Ruhestand hat Ostheim den persönlichen Kontakt nach Offenbach gepflegt.“ Das Evangelische Dekanat wird Wilfrid Ostheim ein ehrendes Gedenken bewahren.

Die Beerdigung findet am Donnerstag, 2. August, um 13 Uhr auf dem Friedhof Bürgel, Arendsstraße 10, statt. Die Trauerfeier leitet Pfarrerin Amina Bruch-Cincar. Auf Wunsch des Verstorbenen wird statt um Blumen um Spenden für den Hospizverein Bergstraße oder die Friends of Children Nepal gebeten.


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