Menu
Menü
X

Dialog & impfen

Nachdenken, Ängsten begegnen und handeln: Corona-Impftag am 4. Advent

Impfung

Auffrischungsimpfungen können dazu beitragen, den Schutz vor Corona zu erhöhen

Die Corona-Pandemie ist noch nicht gestoppt. Weiterhin rufen Expert:innen dazu auf, sich impfen zu lassen. Deshalb bietet beispielsweise die Kirchengemeinde Massenheim am 4. Advent einen Impftag an.

Die Inzidenzen sinken leicht, aber die vierte Coronawelle ist noch nicht gebrochen. Neben den verschärften Schutzmaßnahmen in Hessen und Rheinland-Pfalz appellieren Virologen wie Oliver Keppler, der Leiter der Virologie der LMU München, gegenüber dem BR: "Bitte, bitte impfen lassen." Auch Kirchenpräsident Volker Jung hatte bereits betont: „Die Impfung bleibt das bisher wirkungsvollste Mittel im Kampf gegen die Pandemie.“ 

Eine Kirchengemeinde handelt und lädt zum Impftag ein

Diese Auffassung teilt und realisiert Pfarrerin Irina Vöge von der Evangelischen Kirchengemeinde Massenheim in Bad Vilbel: „Als evangelische Kirchengemeinde ist es uns wichtig zum Gemeinwohl beizutragen. Deshalb planen wir am 4. Advent einen Impftag im Gemeindezentrum.“ Verimpft werde Moderna als Erst-, Zweit- und Boosterimpfung, heißt es in einem Informations-Schreiben. Für Menschen unter 30 Jahren werde auch in geringer Anzahl der Impfstoff von Biontech zur Verfügung gestellt. Aufgrund der Rückmeldungen stellt sich Pfarrerin Vöge auf großen Zulauf ein: „Es deutet sich an, dass die Resonanz riesig sein wird. Die große Mehrheit der Bevölkerung möchte geimpft werden, die kleinere Anzahl der Impfskeptiker ist nur sehr laut.“

Ängsten und Bedenken mit Argumenten begegnen

Dennoch kommt auch Pfarrerin Irina Vöge immer wieder mit Menschen ins Gespräch, die Vorbehalte gegen das Impfen äußern. Sie berichtet: „Die Menschen sprechen mir gegenüber frei über ihre Ängste und Vorbehalte. Sie sehen mich als Vertrauensperson und ich nehme Anteil an ihren Zweifeln. Ich nenne ihnen aber dann die Argumente, die für das Impfen sprechen.“ Sie selbst sei zwar keine Medizinerin, aber informiere sich regelmäßig über den Stand der Forschung und tausche sich mit ihrem Mann aus, der als Arzt tätig sei. „Aufgrund der Informationslage bin ich überzeugt davon, dass eine Impfung in der Regel dem Körper nicht schadet.“ Studienergebnisse hätten gezeigt, dass Impfungen bisher größtenteils vor einer Infektion durch Corona geschützt oder bei Impfdurchbrüchen häufig für einen milden Verlauf gesorgt hätten. 

Gott hat einen Kopf zum Nachdenken und Hände zum Handeln gegeben

In einigen Gesprächen hat Pfarrerin Vöge auch von der Vorstellung erfahren, dass Gott sie bei einer Corona-Infektion schon schützen werde. Diese Aussagen nimmt sie ernst, entkräftet sie aber: „Gott hat uns einen Kopf zum Nachdenken gegeben und gute Wissenschaftler. Gott hat uns auch Hände zum Handeln gegeben und dafür stehe ich.“

Delta bekämpfen, um für Omikron gewappnet zu sein

Auch wenn Impfstoffe auf die neue Virusvariante Omikron weniger gut reagieren, hält die Pfarrerin jetzt Impfungen für besonders notwendig: „Wir müssen erst einmal Delta entschärfen, damit Kapazitäten für die Bekämpfung von Omikron vorhanden sind.“ Zudem lege eine noch nicht geprüfte Studie der UK Health Security Agency nahe, dass nach einer Booster-Impfung der Schutz vor einer symptomatischen Infektion wieder angehoben werde. „Frühe Boosterimpfung scheint sinnvoll, wahrscheinlich notwendig“, äußerte deshalb der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am 11. Dezember auf Twitter. Für Pfarrerin Vöge ist die Impfung ein wichtiger Baustein eines gesamten Schutzkonzeptes: „Neben der Impfung brauchen wir weiterhin Maßnahmen wie Tests, die Maske und Kontaktbeschränkungen. Hier ist jede und jeder gefragt, Verantwortung zu übernehmen.“

Infos zum Impftag am 19. Dezember

Am 19. Dezember 2021 ist das mobile Impfteam „Amimed“ aus Frankfurt im Massenheimer Gemeindezentrum.  Die Impfungen starten nach dem Gottesdienst (mit 2G) ab 11 Uhr, eine Terminvereinbarung ist nicht notwendig.

Dabei haben die Initiatoren auch an diejenigen gedacht, die lange Warteschlangen vermeiden möchten. Sie schlagen einen Spaziergang entlang des Erlenbachs durch die „Auenkunst“ an. Bei sehr großem Interesse würden Zeitkarten verteilt werden.

Mitzubringen sind:

  • Personalausweis, 
  • Versichertenkarte
  • Maske 

Hinweis: 

Der Aufklärungsbogen wird vor Ort bei der Anmeldung zur Verfügung gestellt oder kann auf der Gemeindewebsite unkompliziert heruntergeladen und zu Hause ausgefüllt werden. 

Wo?

Gemeindezentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Massenheim
Hainstraße 19
61118 Bad Vilbel Massenheim
Bitte parken Sie am Ende der Homburger Straße Richtung Ortsausgang Nieder Erlenbach
4 Minuten Fußweg bis zur Kirche.

Jeder Piks ist wichtig!

Gerade wenn Pfarrerin Vöge die Situation der Kinder und Jugendlichen und anderer Gemeindemitglieder sieht, möchte sie so schnell wie möglich, dass Corona verschwindet: „Es ist eine schwere Situation für viele Menschen. Unsere Gottesdienste finden aktuell unter 2G statt und ein Impftag ist unser Anteil daran, dass wir das irgendwann alles wieder hinter uns lassen können. Das ist meine Hoffnung. Jeder Piks ist wichtig!“

Aufruf der EKHN

Der Krisenstab der EKHN hat zudem Anfang Dezember Kirchengemeinden und Einrichtungen gebeten,  Räumlichkeiten zum Impfen zur Verfügung stellen, wo es „nötig und möglich“ ist. Im Einzelfall  sei es gut, in Kooperationen mit Ärztinnen und Ärzten sowie Hilfsdiensten vor Ort Impfangebote zu machen. Auch ökumenische Absprachen und Aktionen könnten neben den bestehenden staatlichen Initiativen „ein starkes und öffentlichkeitswirksames Zeichen sein, um die Bereitschaft zum Impfen zu erhöhen“. Gemeinden und Dekanate sollten „in aller Freiheit vor Ort zu prüfen, ob Sie hierzu mögliche Impulse geben möchten“, heißt es in einem Schreiben des Krisenstabs, das an alle Dekanate mit der Bitte um Weitergabe an Gemeinden und evangelische Einrichtungen ging.

aktuelle Corona-Regelungen in Hessen-Nassau

Evangelische Kirchengemeinde Massenheim


top